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Die Initiative "Menschen pflegen"

„In einer humanen Gesellschaft muss es selbstverständlich sein, pflegebedürftigen Menschen ein menschenwürdiges und selbst bestimmtes Leben zu ermöglichen.“

Malu Dreyer

Der Auslöser für die Demenzkampagne Rheinland-Pfalz kam aus der Initiative „Menschen pflegen“ des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz. Für die rheinland-pfälzische Landesregierung hat das Thema Pflege seit langem einen hohen Stellenwert. So ist Rheinland-Pfalz im Zuge der Umsetzung des Pflegeversicherungsgesetzes als erstes Bundesland der Verpflichtung nachgekommen, eine umfassende pflegerische Infrastruktur aufzubauen. Neben einer flächendeckenden und bedarfsgerechten Grundversorgung mit ambulanten Hilfen wird heute ein ausreichendes Angebot an stationärer Pflege bereitgestellt.

In Rheinland-Pfalz werden etwa 80 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen zu Hause gepflegt. Nach wie vor wünschen sich auch die meisten pflegebedürftigen Menschen, im gewohnten häuslichen Umfeld bleiben zu können. Aufgrund der demographischen Entwicklung, vor allem der wachsenden Anzahl älterer Menschen, aber auch infolge der veränderten Familien- und Haushaltsstrukturen wird gleichzeitig der Bedarf an professioneller Pflege in Zukunft steigen.

Daraus ergeben sich hohe Anforderungen an die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen und Strukturen von Pflege und den Ausbau des häuslichen, privaten und beruflichen Pflegepotenzials. Die Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, hat aus diesem Grund Ende bereits im Jahr 2002 die Initiative „Menschen pflegen“ ins Leben gerufen. Damit soll die Situation der pflegebedürftigen und der pflegenden Menschen in Rheinland-Pfalz nachhaltig verbessert werden. Die Initiative basiert auf sechs Säulen:

Säule 1:
Mehr Qualität in der Pflege;

Säule 2:
Eine bedarfsgerechnte Anzahl qualifizierter Fachkräfte in der Pflege;

Säule 3:
Bessere Hilfen für Menschen mit Demenzerkranungen;

Säule 4:
Mehr Unterstützung für Familien und soziale Netzwerke in der Pflege;

Säule 5:
Mehr Information und Mitsprache für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige;

Säule 6:
Nachhaltige Sicherung einer finanzierbaren und wirtschaftlichen Pflege und Pflegeausbildung.

Focus Demenz

Säule III der Initiative „Menschen pflegen“ heißt „Bessere Hilfen für Menschen mit Demenzerkrankungen“. In Rheinland-Pfalz lebten im Jahr 2003 etwa 50.000 Menschen mit mittlerer oder schwerer Demenz, heute sind es schon an die 70.000. Und jährlich kommen etwa 11.000 dazu. Mehr als die Hälfte von ihnen wurde und wird zu Hause betreut und gepflegt. Dieser 24-Stunden-Dienst geht häufig zu Lasten der Gesundheit der pflegenden Angehörigen. Obwohl sie extremen Belastungen ausgesetzt sind, nehmen nur sehr wenige Hilfe in Anspruch. Oft sind Beratungs- und Entlastungsmöglichkeiten zu wenig bekannt, zu wenig an den Bedürfnissen der Betroffenen ausgerichtet oder nur schwer erreichbar. Aus diesem Grund ist aus der Säule III der Initiative „Menschen pflegen“ ein umfangreiches Aktionsprogramm für demenzkranke Menschen entwickelt worden.

Ziel dieses Aktionsprogramms Demenz ist

  • die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Bedürfnisse von an Demenz erkrankten Menschen und für die Bedürfnisse der Angehörigen,
  • die Verbesserung von Beratungsangeboten für die häusliche und stationäre Pflege
  • die Qualifizierung von Hausärztinnen und Hausärzten, Pflegefachkräften und Angehörigen
  • die Entwicklung und Realisierung von bedürfnisgerechten Versorgungskonzepten in stationären Pflegeeinrichtungen
  • der Aufbau von niedrigschwelligen Betreuungsangeboten
  • die Realisierung von Modellvorhaben zur Erprobung und Entwicklung geeigneter Versorgungsstrukturen
  • die Erprobung neuer Wohnkonzepte für Menschen mit Demenzerkrankungen und die Vernetzung der Hilfeangebote von Gesundheitswesen und Altenhilfe

Eine landesweite Fachtagung zum Thema Demenz im April 2003 war Anstoß und Basis für einen landesweiten Diskussionsprozess und viele regionale Maßnahmen. Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung übernimmt vor diesem Hintergrund seit dem Jahr 2004 die Aufgabe, die Bevölkerung und die Angehörigen von an Demenz erkrankten Menschen über die Auswirkungen, Folgen und Behandlungsansätze dementieller Erkrankungen aufzuklären.