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Begrüßungsworte zur Fachtagung "Kultursensible Pflege in Pflegeeinrichtungen"

Die gedankliche und atmosphärische Einstimmung auf das Thema “Kultursensible Pflege” gelang Hannele Jalonen, Integrationsbeauftragte der Stadt Ludwigshafen, bereits in ihrer Begrüßung. Nachdem sie die Teilnehmenden in allen ihr bekannten Sprachen willkommen geheißen hatte, fragte sie im Publikum nach weiteren fremdsprachlichen Vokabeln für “Guten Tag” oder “Hallo”. Aus der Vielfalt der zu Tage tretenden Sprachen leitete sie eine einführende Information ab: Allein in der Stadt Ludwigshafen sind 144 unterschiedliche Nationalitäten zu Hause.

Nach einem kurzen historischen Abriss der Geschichte der aus Italien, der Türkei und Griechenland Anfang der 1960er Jahre angeworbenen Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter leitete Frau Jalonen über zum zweiten Grußwort des Tages.

Hans-Michael Eberle, Bereichsleiter der Fachbereichs Senioren der Stadt Ludwigshafen, gründete sein Grußwort auf der aktuellen Pflegestatistik. Er sprach von insgesamt 3356 Menschen, die Leistungen der Pflegeversicherung empfangen. Davon nehmen 33% stationäre Angebote wahr, 18% profitieren von ambulanten Diensten und die überwiegende Mehrheit von 49% wird im häuslichem Umfeld gepflegt. Von den 3356 Menschen sind 630 nicht in der Lage, Pflegeleistungen zu bezahlen und beziehen daher über die Sozialhilfeträger entsprechende Sozialhilfemittel. Wiederum 6% dieser 630 Sozialhilfeempfänger sind Menschen mit Migrationshintergrund. Kritisch bemerkte Herr Eberle, dass die Pfegestatistik nicht danach aufgeschlüsselt sei, wieviele Menschen mit Mirgrationshintergrund Pflegebedarf haben. Weiter gab er zu bedenken, dass der Begriff “Mitgrationshintergrund” diffus sei: Unser System erfasse die formale Staatsangehörigkeit, ungeklärt bleibe dabei z.B. die Frage, wie Russland-Deutsche hier einzuordnen seien.

Herr Eberle schloss mit Artikel 1 des Grundgesetzes: “Die Würde des Menschen ist unantastbar.” Darauf zitierte er Bertholt Brecht mit den Worten “Würde ist das Innere.” “Das Innere” begreift Eberle u.a. als Wertvorstellungen und religiöse Ansichten jeder und jedes Einzelnen, deren Berücksichtigung auch im Rahmen einer kultursensiblen Pflege immer gewahrt bleiben müsse. Eberle wünschte den Teilnehmenden eine ebenso informative wie unterhaltsame Veranstaltung und überbrachte die Grüße des Beigeordneten und Leiters des Dezernates für Soziales, Integration und Sport Wolfgang van Vliet.