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Auszeichnung für "Einsatz Demenz"

Financial Times Deutschland zählt rheinland-pfälzisches Projekt zu den besten Ideen der Gesundheitswirtschaft

Als eines der derzeit besten Projekte in der breiten Palette der deutschen Gesundheitswirtschaft ist das rheinland-pfälzische Projekt "Einsatz Demenz" von der Financial Times Deutschland (FTD) ausgezeichnet worden. Bei dem zum vierten Mal ausgelobten Ideen-Wettbewerb der FTD gehörte das im Rahmen der Demenzkampagne der Initiative "Menschen pflegen" entwickelte Gemeinschaftsprojekt von Malu Dreyer, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (MASGFF), Karl Peter Bruch, Minister des Innern und für Sport und Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG) zu den zehn Siegern, die aus Beiträgen von über 50 Unternehmen und Institutionen der gesamten Branche ausgewählt wurden.

Bei "Einsatz Demenz" werden flächendeckend und landesweit in den rheinland-pfälzischen Polizeidienststellen Schulungen für Polizeibeamtinnen und -beamte angeboten, in denen über die Krankheit und das Verhalten von Demenzpatienten aufgeklärt wird.
Die Idee, Polizisten im Umgang mit Demenzkranken zu schulen, sei nicht nur originell, sondern berühre ein hochrelevantes und immer weiter verbreitetes gesellschaftliches Problem, das durch die demografische Entwicklung immer bedeutender werde, heißt es in der Begründung der Jury zur Preisvergabe nach Rheinland-Pfalz.

"Die Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenzerkrankung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der auch die Polizei einen wichtigen Anteil hat", so Sozialministerin Malu Dreyer. Polizisten seien oft die Ersten, die mit orientierungslos und verwirrt aufgefundenen Menschen in Kontakt kämen, deren Erkrankung ihnen aber nicht immer anzusehen sei. Es sei daher sehr wichtig, ihnen Informationsmaterialien und Kommunikationshilfen für einen richtigen und vor allem wertschätzenden Umgang mit dementiell erkrankten Menschen an die Hand zu geben.

"Polizistinnen und Polizisten lernen zwar während ihrer Ausbildung den Umgang mit hilflosen Personen, aber an Demenz erkrankte Personen verlangen den Beamten viel mehr ab", erklärte Innenminister Karl Peter Bruch. "Anspruch einer bürgernahen Polizei ist es, damit professionell umzugehen."

Oftmals wissen die Betroffenen nicht, wo sie sind, erkennen Angehörige nicht und vergessen Gesagtes schnell wieder. Die Schulungen sensibilisieren die Teilnehmer für die besonderen Bedürfnisse von Demenzkranken und geben alltagstaugliche Kommunikationshilfen. "So werden gesundheits- und ordnungspolitische Handreichungen zum Wohle der Patienten eingesetzt, mit praktischem Nutzen für alle Beteiligten ", erklärte der Vorsitzende der LZG, Sanitätsrat Dr. Günter Gerhardt.
Die Schulungsinhalte werden zudem in einer Broschüre "Einsatz mit an Demenz erkrankten Menschen - Ein Ratgeber für die Polizei" (pdf, 1,4 MB) nochmals aufgegriffen und erklärt.