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Wenn Musik Erinnerungen zum Klingen bringt

"Demenz und Musik" - erste Staffel der berufsbegleitenden Fortbildung für Fachkräfte der ambulanten und stationären Pflege erfolgreich abgeschlossen

Unsere Gesellschaft wird immer älter, die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen steigt. Bis die Krankheit vielleicht irgendwann heilbar ist, arbeiten Politik und Gesundheitswesen, aber auch Angehörige mit großem Engagement täglich daran, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Genau dies hatte sich auch die 2004 gestartete "Demenzkampagne Rheinland-Pfalz" zum Ziel gesetzt: Eine intensive und aktive Aufklärungsarbeit zum Thema Demenz betreiben und die Lebensqualität der an Demenz erkrankten Menschen zu verbessern. Als eine Maßnahme dieser Kampagne entwickelten Verantwortliche der Landesmusikakademie und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz (LZG) im Frühsommer 2006 eine Fortbildung zum Thema "Demenz und Musik" für die Zielgruppe Fachkräfte der ambulanten und stationären Pflege.

Musik stärkt das emotionale Gleichgewicht

Warum gerade Musik? Ein Erfahrungswert: Musik hat sich bei der Pflege und Begleitung dementiell erkrankter Menschen als sinnlich erfahrbares Kommunikations- und Ausdrucksmedium bewährt, um das emotionale Gleichgewicht zu stärken oder aufrecht zu erhalten. Alle an der Entwicklung der Fortbildung Beteiligten konnten einen reichen Erfahrungsschatz über die positiven Wirkungen von Musik auf das Erleben des Kranken sowie auf die sozialen Beziehungen zwischen dem Kranken und seiner Umgebung einbringen. Alle wussten um die Bedeutung der Musik für den Erhalt der Identität und kannten ihre entspannenden, beruhigenden, aber auch aktivierenden und zur Bewegung animierenden Wirkungsmöglichkeiten. Die überwältigende Resonanz auf ein erstes Semniarangebot ermutigte alle, auch eine nachhaltiger wirkende Fortbildungsmaßnahme zu planen.

Pflegekräfte entdecken Neuland

Im Februar 2007 startete in der Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz ein in dieser Form in Deutschland einmaliges Pilotprojekt. Fachkräfte in der ambulanten und stationären Pflege sowie musikalisch vorgebildete Ehrenamtliche als Multiplikatoren in Einrichtungen und pflegenden Familien, aber auch Musikpädagogen, die beabsichtigen, sich einer neuen Zielgruppe zuwenden, betraten Neuland. Sie erfüllten die Zulassungsvoraussetzungen - ein abgeschlossenes Hochschulstudium oder eine Berufsausbildung mit praktischer Berufserfahrung in möglichst einschlägigen Arbeitsfeldern.
Die Inhalte der Fortbildung waren anspruchsvoll und spannend zugleich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer reflektierten ausgehend von gerontologischen und medizinischen Grundlagen Verhaltensweisen und Grundhaltungen gegenüber an Demenz erkrankten Menschen. Die Experten vermittelten Basiswissen in den Bereichen Musikpsychologie, Musiklehre und Instrumentenkunde. Im Zentrum der Ausbildung aber stand die Praxis: Die Beteiligten erprobten musikbezogene Methoden - vom Singen mit und ohne Begleitung bis hin zu kleinen Verklanglichungen, einfachen Mitspielsätzen und verschiedenen Formen der Bewegung mit und zur Musik. Validieren mit Hilfe von Musik (personen- und biografiebezogene Kommunikationsmethode), Musik in der Sterbebegleitung, Biografiearbeit mit Musik sowie didaktische und organisatorische Hilfen zur Umsetzung in die Praxis ergänzten das Kurscurriculum.

Abschluss mit zehn Zertifikaten

16. November 2007: Niemand war verpflichtet, an der Abschlussprüfung teilzunehmen, aber dennoch hielten zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach einer Abschlussprüfung auf Burg Namedy bei Andernach stolz ihr Zertifikat "Demenz und Musik" in den Händen, ausgestellt von der Fachhochschule Münster.

Ansprechpartnerin:
Susanne Hilgert, Telefon: 06131 / 20 69 26