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Selbsterhaltungstherapie (SET) in der stationären Pflege

Vortrag von Günther Robl, Margarete Weinbeck, Sabrina Schroedter auf dem Fachtag Demenz am 10.10.2009

Vortrag Langfassung: Selbsterhaltungstherapie (SET) in der stationären Pflege (Download pdf-Format)

Abstract:

Will ein Altenpflegeheim Menschen mit Demenz adäquate Lebensbedingungen bieten, müssen deren individuelle Bedürfnisse erkannt und im Alltag auf dem Wohnbereich berücksichtigt werden. Die Selbsterhaltungstherapie (SET) kann dafür eine konzeptionelle Grundlage sein.

SET stellt die Förderung der individuellen Ressourcen ins Zentrum der Begleitung von Menschen mit Demenz. Weil dementielle Erkrankungen fortschreiten, muss sich eine optimale Alltagsgestaltung und Beschäftigung an den jeweils noch erhaltenen Kompetenzen der Bewohner orientieren. Auch Menschen, die schon sehr weit fortgeschritten dementiell erkrankt sind, verfügen über einen Rest an Ressourcen, die aktiviert werden und als Stärken im Alltag wirken können.

Eine an der SET ausgerichtete Begleitung in der stationären Pflege

  • sorgt sich um die medizinische Demenzdiagnose und erfasst die Krankheitssymptome im Verlauf
  • erfasst die individuellen psychischen Bedürfnisse und Ressourcen 
  • entspricht in der Pflege und der Tagesgestaltung den individuellen psychischen Bedürfnissen des Bewohners und nutzt bestmöglich seine individuellen Ressourcen 
  • organisiert das materielle Umfeld so, dass es die optimale Nutzung individueller Ressourcen unterstützt und die individuellen Bedürfnisse berücksichtigt.

Von einer Pflege und Betreuung im Sinne der SET kann erwartet werden:

  • die Optimierung der Teilhabe am täglichen Leben
  • die Optimierung der Grundstimmung
  • die Reduktion oder Vermeidung von Verhaltensauffälligkeiten
  • die Optimierung des Wohlbefindens in Alltagssituationen
  • die Stabilisierung des Selbstwertgefühls.

Seit 2006 wird die Selbsterhaltungstherapie, die bislang vor allem im klinischen Bereich Anwendung fand, systematisch in dem Seniorenpflegeheim St. Bilhildis in Mainz eingeführt. Erste Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Praxis liegen jetzt vor. So ist u.a. die Kommunikation zwischen Bewohnern und Mitarbeitern verbessert und die soziale Betreuung ausgebaut und individueller gestaltet worden. Auf Grundlage der überwiegend positiven Erfahrungen wurde ein Programm zur Einführung von SET in Altenpflegeheimen entwickelt, zu dem auch eine Zertifizierung gehört.