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Das Landes-Netz-Werk Demenz - Angebote und Chancen
Fachbeitrag von Ingeborg Germann, 1. Netzwerk-Konferenz Demenz am 21.09.2009
Folienvortrag von Ingeborg Germann (Download pdf-Format)
Was zeichnet eine landesweite Koordinierungsstelle aus? Was genau werden die Schwerpunkte und Aufgaben dieser neuen Schnittstelle für Wissen und Erfahrung zum Thema Demenz im Land Rheinland-Pfalz sein? Anhand von Symbolen möchte ich Ihnen unsere Planungen näher bringen.
Es sind Symbole, die Ihnen zum Teil bereits aus der Demenzkampagne Rheinland-Pfalz bekannt sind.
Der Biografiebaum steht für die Identität eines Menschen und ist ein Symbol dafür, dass der Verlust persönlicher Erinnerungen die Wurzeln der eigenen menschlichen Identität lockern kann.
Wo ist ein Mensch aufgewachsen, wie hat er sein Leben in den verschiedenen Altersstufen verbracht – dies alles gehört zu den Wurzeln eines Menschen. Die Geschichte eines Menschen zu kennen, sein Leben für ihn zu erinnern, kann helfen, ihn in seinen Bedürfnissen besser zu verstehen und anzunehmen. Wir werden in Kürze ein Projekt vorstellen können, das sich mit diesem Aspekt intensiv auseinandersetzt.
Der Biografiebaum ist aber auch ein tragendes Symbol der Demenzkampagne Rheinland-Pfalz, die sich seit 2004 für mehr Öffentlichkeit und Akzeptanz zum Thema Demenz einsetzt.
Unsere Ziele im Rahmen dieser landesweiten Kampagne sind:
- durch Aufklärung und Information Vorurteilen entgegen zu wirken und Betroffenen helfen, ihre Scham zu überwinden
- durch Sensibilisierung der Region letztlich Lebenssituationen zu verbessern
Diese Ziele sind die Wurzeln unserer Arbeit und stärken den Grundgedanken des Landes-Netz-Werkes Demenz, für Betroffene und Angehörige eine akzeptierende, verständnisvolle und solidarische Öffentlichkeit zu schaffen.
Das eigentliche Symbol sowohl der Kampagne als auch für das Landes-Netz-Werk aber bleibt der Demenzkoffer.
Er steht einmal für die Reise eines an Demenz erkrankten Menschen in eine für uns „Zurückbleibenden“ weitgehend unbekannte Welt.
Zu Beginn der Kampagne ist der Demenzkoffer mit Informationen und der Bitte, sich dem Thema Demenz öffentlich zuzuwenden, in alle Landkreise und kreisfreien Städte gereist.
Und mit Informationen aus den Regionen, zu Angeboten und Strukturen, mit guten Beispielen und Modellen kommt der Koffer zurück. Dafür sei Ihnen allen heute ausdrücklich gedankt.
Diese Rückmeldungen aus den Regionen, das vielfältige Engagement vieler Partnerinnen und Partner haben die Idee des Landes-Netz-Werks Demenz als landesweit tätige Koordinierungs- und Informationsstelle entstehen lassen.
Die wichtigste Botschaft vorweg – sie ist Dienstleisterin und Plattform für alle Möglichkeiten der Unterstützung und Hilfen, um Transparenz und Transfers zu schaffen.
Beispiele:
- Zusammenarbeit und Bildung von Kooperationen fördern: hier wollen wir zum Beispiel Modellprojekte mit ähnlichen Inhalten zusammenbringen, als Stichwort nenne ich die Demenzfreundliche Kommune, eine Aktion, die auch in RLP zunehmend aufgegriffen wird.
- Netzwerke begleiten: wir können vor Ort z.B. einen Prozess der Findung von interessierten Partnern begleiten, wie z.B. bei der Organisation einer Veranstaltung
- neue Initiativen unterstützen: z.B. bei einer quartiersnahen Informationsarbeit, 3 Partner haben eine Idee und wünschen sich Begleitung bei der Erarbeitung und Umsetzung
- neue Forschungsansätze in die Praxis bringen: wie z.B. das Leuchtturmprojekt „start modem“, gehört auch die Selbsterhaltungstherapie nach Frau Dr. Romero dazu. In einem Fachtag am 10.10. ebenfalls hier in der alten Patrone wird der wissenschaftliche Ansatz dieses Therapieschemas ausführlich diskutiert.
- Auch das Projekt Demenz und Musik ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir Ergebnisse aus Forschung und Wissenschaft sichern wollen durch Einbindung in fortlaufende Schulungsangebote für Bekos, Pflegestützpunkte, Pflegekräfte und Laien.
- Unser Schulungs- und Fortbildungsangebot wird erweitert: Sie werden heute vier Beispiele kennen lernen, die Ihnen „Appetit“ machen sollen, sich mit diesen Themen intensiver auseinanderzusetzen. Wir werden im kommenden Jahr dazu Tagesveranstaltungen anbieten und es wäre schön, wenn Sie uns ihr Interesse frühzeitig mitteilen.
- Der interdisziplinäre Austausch ist uns ein besonderes Anliegen, denn die Schnittstelle zwischen ärztlicher, beratender und pflegerischer Expertise ist zukunftsweisend für eine erfolgreiche Arbeit für an Demenz erkrankte Menschen.
- Und wir brauchen für eine erfolgreiche koordinierende Tätigkeit Sie – denn Sie sind Teil des Landes-Netz-Werkes. Mit einem neuen runden Tisch Demenz wollen wir möglichst viele Partner einbinden und somit Planungsprozesse und Vorhaben transparent machen und gemeinsam vorantreiben.
Letztlich wollen wir gemeinsam mit Ihnen neue Handlungsfelder zum Wohl der Betroffenen entdecken.
Das dritte Symbol des Landes-Netz-Werk ist neu und bezieht sich auf das ganze Land:
Mit dieser Landkarte wollen wir zeigen, dass das Landes-Netz-Werk Demenz nicht nur einzelne Regionen erfassen und fördern will, sondern Transparenz schaffen möchte für alle Bereiche in Rheinland-Pfalz. Und auch dafür brauchen wir Sie!
Mit dieser datenbankgestützten Karte, die Sie auf unsere Homepage finden, wollen wir die regionalen Versorgungsstrukturen für an Demenz erkrankte Menschen nach Angebotsgruppen sortiert leicht zugänglich und nutzbar machen: ein Beispiel
Besuchen Sie unsere Homepage. Dort finden Sie alle Informationen, Hinweise und Kontaktmöglichkeiten. Sprechen Sie uns an, nutzen Sie unsere Angebote. Diese Konferenz ist die erste – sie ist keine einmalige Veranstaltung sondern der Beginn eines gemeinsamen Verständigungsprozesses.
Vielleicht kann der Biografiebaum Wegweiser werden. Lassen Sie uns gemeinsam die weißen leeren Blätter füllen, mit guten Beispielen und dem Aufzeigen neuer Hilfen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Ingeborg Germann, LZG



